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Johann Michael Haydn
1737 - 1806
Austria
Picture
J.M. Haydn
Michael Haydn (14/09/1737 - 10/08/1806), an Austrian composer, born in Rohrau. He was a younger brother of Franz Joseph Haydn. He wrote two Requiem masses:
- Missa pro defuncto Archiepiscopo Sigismundo
- Requiem in B flat major
The Requiem in C minor (c.1792; label: Capriccio SACD 71 084) is wrongly attributed to him. This work was composed by Georg von Pasterwitz (1730-1803).
Author:Theo Willemze
Source:Componistenlexicon
About the wrong attribution of the Requiem in C minor to Michael Haydn:

Michael Haydn: Requiem c-Moll MH 559, Missa Sancti Joannis Nepomuceni MH 182, Kammerchor Cantemus, Deutsche Kammerphilharmonie Neuss am Rhein; Ltg.: Werner Ehrhardt. Label: Capriccio/Delta Music 71 084
(63 Min., aufgenommen 11/2005).

Da staunt der Laie, und es wundert sich der Fachmann: Ein neu entdecktes drittes Requiem Michael Haydns im Jubiläumsjahr? Das wäre sensationell, aber Pustekuchen - das Label Capriccio hat sich leider ein Kuckucksei ins Nest legen lassen. Der selbst ernannte "Musikforscher" Olaf Krone, im Hauptberuf Informatiker, musikjournalistisch tätig für das Magazin "Concerto", lässt sich im Beiheft der vorliegenden Aufnahme als "Wiederentdecker" des fraglichen Requiems würdigen. Schon das ist falsch: Charles H. Sherman war bereits im Rahmen seiner Dissertation über die Messen Michael Haydns (1967) auf dieses Werk gestoßen und hat es als "MH 559" in sein Michael-Haydn-Werkverzeichnis aufgenommen. Die Aufnahme wird außerdem als "Weltpremiere" angekündigt. Auch das ist falsch: Zumindest eine frühere Einspielung gibt es, diejenige nämlich von Peter Scholcz und dem Liszt Ferenc Chorus aus dem Jahre 1998. Aber es kommt noch schlimmer: Bereits 1999 wies Dr. Petrus Eder OSB, Bibliothekar im Salzburger Stift St. Peter und Michael-Haydn-Spezialist, die Unechtheit des angeblichen Haydn-Requiems MH 559 nach: Es handelt sich tatsächlich um eine Komposition von Georg Pasterwiz OSB (1730 - 1803), die Haydn lediglich abgeschrieben und merkwürdigerweise immerhin auch mit seinem Namen versehen hat. Allerdings kopierte er das Werk unvollständig: Es fehlt der Introitus, und ebendieser findet sich in einigen anderen Partituren und Stimmsätzen desselben Stücks, die korrekt unter dem Namen des wahren Komponisten überliefert sind. Kein Wunder also, dass es unter dem Namen Michael Haydn "nirgends auf der Welt zeitgenössische Kopien" dieser Totenmesse gibt und dass sie angeblich "niemals aufgeführt" wurde, wie Olaf Krone in seinem Beihefttext behauptet: Freilich wurde das Stück unter Haydns Namen niemals kopiert oder aufgeführt, denn es war ja gar nicht sein Werk, wohl aber häufig unter dem Namen von Georg Pasterwiz, der es tatsächlich komponierte: Es existiert u. a. sogar ein gedruckter Stimmensatz.
Wie kommt es zu einer solchen Schlappe im Michael-Haydn-Jahr? Durch mangelhafte Recherche - traurig aber wahr: Petrus Eder veröffentlichte seine Erkenntnisse 1999 in einem Aufsatz (KmJb 83/1999). Dieser Aufsatz ist in der Bibliographie des Michael-Haydn-Artikels in der neuen MGG (Bd. 8) aufgeführt. Das Werkverzeichnis dieses Artikels stammt ebenfalls von Petrus Eder; er vermerkte MH 559 dort als "unecht". Am Telefon auf diese Fakten angesprochen, bekannte Olaf Krone ohne Scheu, er habe die neue MGG gar nicht konsultiert, darin gebe es ja so viele schlechte Artikel, und er kenne auch Eders Aufsatz nicht. Weitere Ungereimtheiten: Krone äußerste gegenüber dem Autor, der Carus-Verlag plane im Rahmen seiner Ausgabe der Geistlichen Werke Michael Haydns sicher auch die Edition des Requiems MH 559; die Rücksprache mit der zuständigen Lektorin ergab jedoch, dass bei Carus nicht das Geringste davon bekannt ist. Über Krones laienhafte, teils schlichtweg unverständliche Äußerungen zur Musik des Requiems im Beiheft schweigen wir lieber. Warum man aber seitens der Ungarischen Nationalbibliothek (dort liegt Haydns Abschrift), wo Petrus Eders Aufsatz ohne jeden Zweifel vorliegt (man reagierte seinerzeit bereits darauf), für die Vorbereitung der vorliegenden CD-Produktion mitverantwortlich zeichnet, ist völlig unerklärlich. Und das Requiem von Pasterwiz? In der Tat ein schönes Stück, trefflich musiziert auf dieser CD; Man müsste nur Cover und Beiheft ändern, vielleicht den fehlenden Introitus noch aufnehmen - und sich in Zukunft von wirklich kompetenten Fachleuten beraten lassen.
Author:Michael Wersin (d.d. 09.04.2006)
Contributor:Hermann Puchta
Missa pro defuncto Archiepiscopo Sigismundo
Period:Classicism
Composed in:1771
Musical form:mass
Text/libretto:Latin mass
Duration:ca.35'
In memory of:Archbishop Sigismund III
Label(s):MDG 340 1245-2
Hungaroton 31022
Hyperion CDA 67510
This requiem in C minor (MH 154) is for soli, mixed choir and orchestra.
Source:booklet of cd MDG 340 1245-2
The death of Prince-Archbishop Sigismund III, Count Schrattenbach in 1771 was the occasion for one of Haydn's most famous works, the Requiem in C minor (for mixed choir and soprano, alto, tenor and bass soli and small orchestra), a substantial composition which was also used at the funeral of his brother Franz Josef (1732 - 1809).
Preceding Mozart's Requiem more immediately, and possibly influential upon it, are the settings by Michael Haydn (1771; D-Bsb) and F.L. Gassmann (1774; "Introit" and "Kyrie" only) both of them links in a continuing Viennese tradition. One of the most striking features of Haydn's setting is the use in the "Te decet hymnus" of a theme based on the appropriate plainchant melody; Mozart, in contrast, used the tonus peregrinus associated with Psalm cxiii.
Author:Steven Chang-Lin Yu
Picture Picture
Sigismund III
(dedicatee)
F.J. Haydn (performed
at his funeral)
Requiem in E flat major
Period:Classicism
Composed in:1771
Musical form:mass
Text/libretto:Latin mass
No details available.
Source:Dagny Wegner, Requiemvertonungen in Frankreich zwischen 1670 und 1850, Hamburg, 2005
Requiem in B flat major
Period:Early Romanticism
Composed in:1806
Musical form:mass
Text/libretto:Latin mass
Duration:48'20''
Label(s):Hänsler Classics Exclusive Series 98.977
Carus 83.353 (completed by P. Gunther Kronecker)
This (incomplete) requiem is Haydn's last work. "Introitus" - "Kyrie" - "Sequence" (4 first verses, 21 bars of the 5th) It was commissionned by Empress Maria Theresa, who took a tremendous delight in church music and enjoyed singing the soprano parts in Michael Haydn's works. He began composing the requiem in 1805, but work did not progress rapidly for various reasons. Illness and vicissitudes of the French occupation of Salzburg kept preventing him from making "serious preparations and well-conceived preliminary studies". He was unable to complete the work before death overtook him on 10 August 1806. Like Mozart's Opus Ultimum, the Requiem in B flat major remained a fragment. Extant are forty-two pages of autographic score in fair copy; the following page contains only 21 bars of the "Liber scriptus profererur" (5th verse of the Sequence "Dies irae") written for bass solo and orchestra.
Author:Laszlo Molnar. Translation: Roger Clément
In 1839 P. Gunther Kronecker (1803-1847), choirmaster of the Benedictine monastery of Kremsmünster in Upper Austria, completed Haydn's fragment. Kronecker carried the work forward in Haydn's spirit and style. He was clearly influenced by Haydn's earlier C minor Requiem for Archbishop Sigismund Schrattenbach. He also drew on Mozart's Requiem and on the Requiem written by the Kremsmünster Benedictine pater Georg Pasterwiz about 1793.
Source:Booklet of CD Carus 83.353
Contributor:Hermann Puchta